Hallig Südfall

Wer mit der Pferdekutsche von Nordstrand über den Meeresboden zur Hallig Südfall hinüberfährt, kann mit dem Dichter Detlef von Liliencron sagen: "Heut bin ich über Rungholt gefahren" - bei Südfalll soll der sagenumwobene Hafenort Rungholt dereinst versunken sein.

Die 50 ha große Hallig mit einer einzigen Warft grenzt an die Schutzzone 1 des Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Sie steht als wichtiges Vogel-Brut- und Rastgebiet unter Naturschutz und wird nur im Sommer und nur von einem einzigen Menschen bewohnt: Dem Vogelwart des seit 1957 betreuenden Naturschutzvereins Jordsand. Besucher haben nur im Rahmen von genehmigten Führungen Zutritt. Höchstens eine Führung pro Tag ist erlaubt.

Denn in der von Prielen durchzogenen Salzwiesenlandschaft Südfalls sind die Vögel - vom Vogelwart gezählt und beobachtet - die Hauptpersonen. Hier rasten Tausende von Zugvögeln. Und hier brüten 15 Seevogelarten: Küstenseeschwalben, Sandregenpfeifer, Lachmöwen, Austernfischer. Ein großes Schillfeld aus Herzmuschelschalen macht Südfall zur Lieblingsinsel der Zwergseeschwalben.

Südfall hat eine bewegte Geschichte. Obwohl 1634 von der Sturmflut schwer getroffen, blieb sie weiterhin bewohnt. Von Menschen, die sich mehr schlecht als recht von Landwirtschaft und Fischerei ernährten, bis zur "Halligflut" im Jahre 1825. Damals kamen fast alle Bewohner ums Leben. Danach wechselte die Hallig mehrfach den Besitzer. "Exotischste" Besitzerin war sicherlich die "Halliggräfin" Diana von Reventlow-Criminil, die hier ab 1910 lebte. Heute gehört die Hallig dem Land Schleswig-Holstein.